Vor 1923 existierte bereits die Fahrradfabrik "Franz Heht & Co. Hinter dem Compagnon verbirgt sich vermutlich Albert Kaiser (Quelle: Frank Papperitz, Handbuch Deutscher Fahrradmarken, S.245) S.a. Firma Albert Kayser. Der Werkmeister Franz Heht war im Zeitraum von 1922 bis 1926 an mehreren Gesellschaften beteiligt, die aber jeweils nach kurzer Zeit wieder aufgelöst wurden. Deshalb wurde offenbar das Geschäft ab 1926 von Elsbeth Heht geführt. Der Standort der Firmen wechselte häufig:
- 1923 Kreuslerstraße 15
- 1925 Gutenbergstraße 7
- 1926 Fouquéstraße 8
Der Vertrieb von "Brandenburg" Fahrrädern erfolgte ab 1926. Diese Fahrräder wurden vermutlich von der Firma "Rixe" aus Bielefeld bezogen ,Quelle: www.sonnengelber.de , Rixe Fahrräder.
Unklar ist, ob die verwendeten Steuerkopfschilder im Auftrag der Firma Heht oder der Firma "Rixe" gefertigt wurden. Fest steht jedoch, dass sie den Schildern der Firma "Brennabor" sehr ähnlich waren. Ein durch die Brennaborwerke angestrebtes Gerichtsurteil untersagte die Verwendung dieser Steuerkopfschilder.
Die Möbelfabrik "Helft & Oppenheim" war von Februar 1898 bis zum Sommer 1901 im Fahrradhandel als Generalvertreter der Coronawerke tätig.
Hervorgegangen war die Möbelfabrik aus dem Herrengarderobengeschäft von Sally Oppenheim und der Möbelhandlung von Levi Helft.
Der Kaufmann Curt Müller betrieb in den Jahren 1899 bis 1900 sein Magazin für den Fahrradsport.
Brandenburger Adressbuch 1899
Brandenburger Adressbuch 1897
Der Schneidermeister Rudolf Schrepfer jun. ist in den Jahren 1899 bis 1902 als
Generalvertreter der Excelsiorwerke im Brandenburger Adressbuch verzeichnet.
Brandenburger Adressbuch 1899
Der Schlosser- und Zeugschmiedemeister Franz Fischer übernahm im Jahr 1898 die Generalvertretung der Roland, Minerva und Colibri Fahrradwerke Nitsche & Kausmann.
Brandenburger Anzeiger 28.08.1898
Im Brandenburger Adressbuch wird ab 1919 die Fahrradhandlung Theodor Paetzke in der Hauptstraße 50 erwähnt. Von 1928 bis 1931 befindet sich das Fahrradhaus der Gesellschaft Paetzke & Nähring als Vertreter für die Excelsiorwerke am Neustadt Markt 31.
Friedich Schnelle betrieb am Neustadt Markt 2 eine Gaststätte, die seine Witwe Emma Schnelle nach seinem Tod weiterführte. Ab 1926 nahm sie zusätzlich den Fahrradhandel auf. In der Rathenower Straße 14 wird in den Jahren 1928/29 ebenfalls eine Fahrradhandlung erwähnt, die von Paul Schnelle betrieben wird. er hatte zuvor in der Gaststätte der Emma Schnelle als Kellner gearbeitet. Welches verwandtschaftliche Verhältnis bestand, ist nicht bekannt.
Die Tochter Charlotte Schwarz, geb. Schnelle, übernahm 1934 von ihrer Mutter Emma das Fahrradhaus am Neustadt Markt. Ihr Ehemann führte als Inhaber die Gaststätte am gleichen Standort weiter.
Der Königlich Preußische Hof-Juwelier und Uhrmacher Hermann Schüler war von 1894 bis 1908 als Generalvertreter der Brennabor- Fahrradwerke in der Hauptstraße 9 tätig. Mit der Übernahme ab 01.01.1909 durch seinen Sohn, den Juwelier Hermann Schüler, und die Verlegung des Geschäftes in die Steinstraße 68 wurde der Fahrradhandel aufgegeben.
Seit 1896 betrieb der Uhrmacher und Musikinstrumentenhändler Franz Tatatzky in der Hauptstraße 60 zusätzlich einen Fahrrad- und Fahrradzubehörhandel. Bemerkenswert ist das Angebot eines Zimmerlernapparates zum Erlernen des Radfahrens.
In den Jahren 1898/99 war er als Generalvertreter der Alexander- Fahrradwerke tätig. Von 1900 bis 1903 befand sich sein Geschäft dann in der Hauptstraße 38/39, von 1904 bis 1909 in der Hauptstraße 91 (Ecke Steinstraße, Kurfürstenhaus).
Ab 1910 war das Geschä ft in der Hauptstraße 48/49, hier ist allerdings kein Fahrradhandel mehr erwähnt.
Eduard Reichstein, der Vater der Firmengründer der Brennaborwerke, erwarb das Haus in der Steinstraße 4 1859 als Wohn- und Geschäftshaus und betrieb dort seine Korbmacherei. Seine Söhne Adolf, Hermann und Carl, die Gründer der Brennaborwerke, richteten im Jahr 1892 hier eine Fabrikverkaufsstelle der Brennaborwerke ein. Ab 1906 übernahm der Klempnermeister Karl Voigt, der Schwiegersohn von Eduard Reichstein, dieses Geschäft. Nach dessen Tod wurde die Brennaborvertretung 1914 an Carl Stahl übertragen. Später führte die Witwe Erna Stahl bis 1934 das Geschäft. Das Haus wurde danach von der Elektrotechnischen Installations- und Vertriebsgesellschaft m.b.H. übernommen . 1945 wurde das Gebäude komplett zerstört. Heute befinden sich an dieser Stelle Wohneinheiten, das Café Corner und eine Filiale des ADAC.