Velocipedenfabrik Gustav Lehmann, Hauptstraße 8

Seit 1874/75 wird  Gustav Lehmann als Maschinenbauer in der Flutstaße 2 erwähnt, 1880 bis 1884 in der Steinstraße 19 und ab 1885 in der Großen Gartenstraße 66.  Von 1887 bis 1905 wird seine Firma als Kunst- und Bauschlosserei in der Hauptstraße 8 erwähnt und führt in den Jahren 1888/89, wahrscheinlich zusätzlich, die Bezeichnung "Velocipedenfabrik und- handlung".    

Am 10.01. 1887 ist ein Konkursverfahren der Velocipedenfabrik eröffnet worden (Quelle: Papperitz, Frank, Handbuch deutscher Fahrradmarken, S. 334) 

In den folgenden Jahren wechselt der Betrieb häufig seinen Standort: 

- 1906-1910              Große Münzenstraße 17 und Hauptstraße 10

- 01.04.1910 - 1914  Bauhofstraße 10

- 1915                        Steinstraße 55 (Inhaber: Ernst Lehmann)

- 1919                        Neustädtische Heidestraße 20 und 58

s.a. Firma Richard Lehmann 

Brandenburger Anzeiger 03.07.1886

Brandenburger Adressbuch 1904

 Brandenburger Anzeiger

                        06.12.1888

Brandenburger Adressbuch 1904

Brandenburger Anzeiger 04.06.1892

Brandenburger Adressbuch 1906

Brandenburger Anzeiger 25.06.1892

Brandenburger Adressbuch 1907


    Brandenburger Adressbuch 1915

       Brandenburger Adressbuch 1919


Conradior- Fahrradwerk, Richard Conrad, Große Gartenstraße 52

Richard Conrad wird von 1893 bis 1916 in der Brandenburger Fahrradbranche erwähnt. Sein Firmensitz war in all den Jahren in der Großen Gartenstraße 52. 

Von Juli 1896 bis Mitte 1897 war er gemeinsam mit seinen beiden Brüdern Mitinhaber der "Excelsior- Fahrradwerke Gebrüder Conrad".

Nach dem Ausscheiden aus der Firma im Jahre 1897 führte er sein altes Geschäft weiter. 1902 bietet er "Richard- Conrad- Fahrräder" an. 1904 und 1905 firmiert er als "Conradior- Fahrradwerk."


Die Marke Konradin wurde später von der Excelsior AG übernommen.



Reparaturwerkstatt und Fahrradbauanstalt, Fritz Bürstenbinder, Neustädtische Heidestraße 52

 

 

 

Zunächst hatte Fritz Bürstenbinder ab 1897 seine Werkstatt in der Bauhofstraße 12, später, als dieses Grundstück von der "Feinjute-AG" übernommen wurde, zog er in die Neustädtische Heidestraße 52 um. Unter dieser Adresse ist er bis 1899 zu finden.



Fahrradfabrik "Sieg", Karl Michalk, Neustädtische Heidestraße 52

Karl Michalk ist von 1898 bis 1904 in der Fahrradbranche zu finden, als Fahrradhandlung und Reparaturwerkstatt sowie als Fahrradverleihinstitut. 

1902 tritt seine Firma als Fahrradbauanstalt in Erscheinung. Seine Arbeitsstätten wechselten oft. Nur 1904 taucht der Name Fahrradfabrik "Sieg" auf.

Brandenburger Adressbuch 1900


Fahrradbauanstalt Franz Schoop "Auto", Steinstraße 57

Ab 1897 wird Franz Schoop in der Steinstraße 57 erwähnt, allerdings nur im Jahr 1903 als Fahrradbauanstalt "Auto" benannt.

Brandenburger Anzeiger 11.07. 1900

Brandenburger Adressbuch 1904



August Hertel, Sankt- Annen- Str. 33

 

 

 

 

Nur im Jahr 1901 wird August Hertel in der Sankt- Annen- Str. 33 erwähnt.


Fahrrad- Spezial- Geschäft, Otto Deickert, Mühlendamm 12

1901 findet man erstmals die Erwähnung der Firma Otto Deickert im Zusammenhang mit der Fahrradmarke "Brandenburg". 1903 übernimmt Otto Deickert die Generalvertretung für die Excelsiorwerke, zu dieser Zeit befindet sich seine Firma in der Steinstraße 12.

 Schon 1904 geht diese Firma in den Konkurs.  Danach erscheint der Name Otto Deickert in verschiedenen anderen Branchen. Erst 1926/1927 tritt sein Name wieder im Zusammenhang mit einer Fahrradhandlung auf, die sich an der Ecke Jacobstraße/ Große Gartenstraße befand. Als Inhaber fungiert aber Luise Deickert. 

 


Albert Drewicke, Jacobstraße 12

 

 

 

Ab 1902 wird die Firma in der Jacobstr. 12 und ab 1912 in der Jacobstr. 8 erwähnt.


Franz Rulf, Potsdamer Str. 41

 

 

 

Die Reparaturwerkstatt von Franz Rulf ist nur zwischen 1902 und 1904 im Brandenburger Adressbuch nachweisbar.

Nur 1904 erscheint die Bezeichnung "Fahrradbau- und Reparaturwerkstatt" verbunden mit dem Hinweis auf "Verleihinstitut".


Gustav Gräben, Steinstraße 43

Gustav Gräben war ein bekannter Brandenburger Radsportler. Er betrieb ab 1904 eine Zigaretten- und Fahrradhandlung in der Steinstraße 30. 1911 zog er in die Steinstraße Nr. 27 und ab 1930 ist er in der Steinstraße Nr. 43 zu finden. Zwei Mitteilungen im Brandenburger Anzeiger über Fahrraddiebstähle geben Hinweise auf die von ihm verwendete Eigenmarke "Gustav Gräben".

Brandenburger Anzeiger: 15.08.1910

Brandenburger Anzeiger: 19.09.1912


Max Fischer, Ecke Große Gartenstraße/Jacobstraße

Am 22.03.1902 eröffnete Max Fischer sein Geschäft, welches sich an der Stelle des heutigen Kaiser- Reka- Platzes befand.  Er war als  Vertreter für die  "Alexander Fahrradwerke" tätig.

Brandenburger Adressbuch 1903


Walter Müller, Steinstraße 39


Hermann Gentz, Steinstraße 40

Die Firma Hermann Gentz wird erstmalig 1912/1913 im Zusammenhang mit dem Fahrradhandel in der Großen Gartenstraße 33 erwähnt. Ab 1914 tauchte der  Firmenname in der  Steinstraße 40 als  Spielzeug- und Fahrradhandel auf.  

Hermann Gentz stellte Fahrräder als Konfektionär  mit Hilfe von Einzelteilen, die aus dem Großhandel bezogen wurden, her.  Auf diese Art und Weise produzierte die Firma ihre eigenen Fahrräder auch noch zu DDR- Zeiten. Dazu wurden Rahmenbausätze der Firma "Brandenburg" aus Crinitz in der Niederlausitz  verwendet.

Unter der eigenen Marke "Rekordia"  wurden bis 1945 Fahrräder hergestellt.

Zwei dieser Räder sind im Brandenburger Fahrradmuseum zu sehen.

Zu dem Geschäft in der Steinstraße wurden durch Hermann Gentz auch noch eine Autowerkstatt, eine Opel- Vertragshandlung und eine Fahrschule in der Kirchhofstraße 36 eröffnet (Gründungsdaten bisher unbekannt).

Das Geschäft in der Steinstraße wurde durch seine Tochter, Liselotte Salmen, bis  Anfang der 1990er Jahre als Spielzeug- und Schreibwarenhandel geführt. 

Zeitweilig war Hermann Gentz Pächter der Radrennbahn in der Wilhelmsdorfer Straße.

 

Grabstätte der Familie Gentz/ Salmen auf dem Neustädtischen Friedhof


Johann Weiss, Linienstraße 13

Johann Weiss stellte Fahrräder unter dem Markennamen "Libelle" her.

Ab 1923 ist seine Firma in der Linienstraße ansässig, von 1926 bis 1928 wird sie in der Watstraße 31 geführt, 1928 bis 1931 ist die Firma in der Vionville Straße (heutige Karl- Liebknecht- Straße) 17 zu finden.

1924 wird die Fabrikation und der Vertrieb eines zerlegbaren Fahrrades benannt. 

In der Sammlung des  Brandenburger Fahrradmuseums befinden sich ein Steuerkopfschild und ein komplettes Fahrrad.


Triglaf- Fahrradbau, Altstädtische Fischerstraße 32

 

 

Die Firma wurde nur 1925/26 im Brandenburger Adressbuch als GmbH erwähnt. Ein Steuerkopfschild ist bisher nicht bekannt.

Fahrradfabrik Friedrich Klapperstück, Magdeburger Straße 18/19

 

 

 

 

Die Firma wird nur 1926 im Brandenburger Adressbuch erwähnt. Ein Steuerkopfschild ist bisher nicht bekannt

Walter Suhle, Plauer Straße 9

Die Firma wird ab 1934/35 im Brandenburger Adressbuch erwähnt. Ein Steuerkopfschild befindet sich in der Sammlung des Brandenburger Fahrradmuseums.


Franz Fischer "Havelland", Bäckerstraße 27

Im Zeitraum von 1919 bis 1929 wird Franz Fischer im Brandenburger Adressbuch mit einer Schlosserei und einer Fahrradhandlung erwähnt. In der Sammlung des Brandenburger Fahrradmuseums ist ein Steuerkopfschild vorhanden. Ob eigene Fahrräder hergestellt wurden oder es sich um ein Händlersteuerkopfschild handelt, ist bisher nicht bekannt.

Brandenburger Adressbuch 1928